Wissenswertes über Würzburg http://wuew.blogsport.de Tue, 14 Aug 2012 22:21:35 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Von Anarchostalinisten und der Hipsterantifa http://wuew.blogsport.de/2012/08/13/von-anarchostalinisten-und-der-hipsterantifa/ http://wuew.blogsport.de/2012/08/13/von-anarchostalinisten-und-der-hipsterantifa/#comments Mon, 13 Aug 2012 21:52:24 +0000 Administrator Fundstücke http://wuew.blogsport.de/2012/08/13/von-anarchostalinisten-und-der-hipsterantifa/ Wer wie wir viel im Internet herumstreunt, um sich zu versichern, dass anderen Menschen genauso langweilig ist wie einem selbst, hat die folgenden Seiten bestimmt bereits besucht. Dem Rest wünschen wir viel Freude bei der Zeitverschwendung:

:: Anarchostalinisten ::

Diese Seite der hiesigen Zelle der anarchostalinistischen Weltliga, die auf dem „Boden des kommunistischen, anarchistischen, leninistischen, bakuninistischen, freudschen, honeckerschen Erbes“ steht, möchte nicht nur „Antideutsche und Antispes“ ins Gulag stecken, sondern auch die „Fans der Vereine Hamburger SV und VfB Stuttgart“. Überleitend zum nächsten Link wundert es, dass die Hipster verschont bleiben.

:: Hipster Antifa Neukölln ::

Ernst gemeint ist hingegen das Anliegen der Hipster Antifa Neukölln, die sich gegen die Diskriminierung von Hipstern und Touris in Berlin wendet. Die Erfolgsgeschichte des moderne Antisuevismus wird anscheinend ununterbrochen fortgeschrieben. Welche Bevölkerungsgruppe nimmt für das Würzburger Schoppenbürgertum eigentlich die Rolle der Schwaben ein? Mit ähnlichen Ressentiments behaftet ist hier der Münchner, wobei man dann vom modernen Antimonac(um)ismus sprechen müsste. Das können wir uns aber nicht eingestehen, weil wir in der Vergangenheit nicht nur einmal die Parole Love music, hate Munich! propagierten.

:: was Altes ::

Wer etwas Älteres im Internetskurrilitätenkabinett lesen möchte, die/der kann sich gerne über diesen Versuch amüsieren, alle antideutschen Gruppen aufzuzählen und den Niedergang der Antideutschen empirisch zu beweisen. Besonders interessant ist dabei, dass Gruppen wie TOP B3erlin aufgezählt werden. Warum wurde damals der Letzte Hype nicht mitgezählt?
Fast ein wenig enttäuscht sind wir, dass die Homepage des Freundeskreis der Juche-Ideologie in der Kommunistischen Partei Deutschlands mittlerweile vom Netz gegangen ist.
Und immer noch warten wir auf eine Solidaritätsgruppe für Transnistrien, dem letzten verbliebenen realsozialistischen Staat auf europäischem Boden. Haha.

Was für eine Zeitverschwendung, diesen Blogeintrag zu lesen.

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Liebe Nürnberger Jungantifaschisten, http://wuew.blogsport.de/2012/08/11/liebe-nuernberger-jungantifaschisten/ http://wuew.blogsport.de/2012/08/11/liebe-nuernberger-jungantifaschisten/#comments Sat, 11 Aug 2012 15:22:01 +0000 Administrator Hunter S. Heumann Aktuelles Antifa http://wuew.blogsport.de/2012/08/11/liebe-nuernberger-jungantifaschisten/ vor ein paar Wochen beobachtete man ein paar von Euch bei einer Art Sightseeingtour zum Iranischen Streikzelt nach Würzburg. Schnell ein Foto schießen mit Eurem neuesten Hochglanztranspi vor dem Flüchtlingscamp, dann wieder abdüsen, das ist gelebte Solidarität. Ich will Euch das nicht krumm nehmen: Wer rastet, der rostet, das gilt auch für den jungen Revolutionär. Wie sagte schon Napoleon? Vier Sekunden rastet der Revolutionär, fünf der Bürger und mehr als sechs nur ein Idiot. und bestimmt musstet Ihr am selben Tag noch einige weitere Fotos schießen, von Occupycamps zum Beispiel, um echte Solidarität zu leben, auf Flickr und Facebook.

Mit dem Fotolächeln war es aber schnell zuende, als Ihr auf einem Zigarettenautomaten einen Sticker entdecktet, auf dem Fight Hamas- support Israel! stand. Reflexartig und äußerst erbost überklebte ein Jungantifaschist den Aufkleber sofort mit einem Sticker, auf dem Hier wurde Naziprogaganda überklebt! stand.

Ich bin nicht davon überrascht, dass es in der Nürnberger Linken Personen gibt, die Israel für einen faschistischen Staat und die Hamas für eine emanzipatorische Bewegung halten. Dies weiß ich schon seit zehn Jahren. Überrascht hat mich jedoch, dass die Szene zehn Jahre später noch immer Jungantifaschisten ausbrütet, denen die Zornesröte im Gesicht steht, wenn sie mit Israel konfrontiert werden.

Aber halt, liebe Nürnberger Antifaschisten, Ist das Würzburger Streikcamp nicht der falsche Ort, wenn Eure Achse des Widerstands Nürnberg-Gaza-Teheran heißt? Vielleicht habt Ihr bei Eurer kurzen Reise nach Würzburg gar nicht gemerkt, dass es sich bei den Iranern am Streikcamp nicht um Unterstützer des „Antiimperialisten“ Ahmadinedschad handelt, sondern um Regimegegner? Meine Empfehlung: Nächstes Mal einfach im Zug sitzenbleiben, nach Frankfurt weiterfahren und dort einen echten Teil der Achse des Widerstands besuchen. Das Iranische Generalkonsulat ist bestimmt ein paar Solifotos wert.

Hoch die internationale Schnapsproduktion! Und immer Akku raus.
Euer Hunter

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NPD-Truck in Würzburg http://wuew.blogsport.de/2012/07/30/npd-truck-in-wuerzburg/ http://wuew.blogsport.de/2012/07/30/npd-truck-in-wuerzburg/#comments Mon, 30 Jul 2012 20:57:54 +0000 Administrator Aktuelles Stadtrundschau Antifa http://wuew.blogsport.de/2012/07/30/npd-truck-in-wuerzburg/ Nur eine kurze Info, da die üblichen Verdächtigen bisher noch nicht berichteten: Am Donnerstag kommt wohl die NPD mit ihrem Wahlkampftruck nach Würzburg: Hier nachzulesen.

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Würzburg und seine Denkmäler III http://wuew.blogsport.de/2012/07/26/test/ http://wuew.blogsport.de/2012/07/26/test/#comments Wed, 25 Jul 2012 23:08:13 +0000 Administrator Yvonne Hegel Stadtrundschau Fundstücke http://wuew.blogsport.de/2012/07/26/test/ In diesem Hause wohnte von 1858-1864 Matthäus Friedrich Chemnitz, der Dichter des unvergänglichen Liedes: Schleswig-Holstein meerumschlungen. Er lebte von 1851-1864 als Sekretär der Maindampfschiffahrt und des polytechnischen Vereins in Würzburg. In Dankbarkeit die Stadt Würzburg 1938.

So steht’s geschrieben in der Maulhardgasse, hinter dem Kaufhof.

Wie man kürzlich nachlesen konnte, möchte Würzburgs Kulturreferent Muchtar Al Ghusain Würzburgs in Stein gehauene Opferkultstätten „in ihren Kontext stellen“, „den Diskurs suchen“. Ich zöge die diskursverweigernde Schlagkraft einer Abrissbirne vor.
Wie schwierig es jedoch wäre, überhaupt etwas von Würzburgs Artefakten zu verschonen, wenn man die Verehrung des nationalistischen Opfers aus der Welt schaffen wollte, verdeutlicht die Tafel zu Ehren des Herren Matthäus Friedrich Chemnitz: Schleswig-Holstein meerumschlungen ist genauso wie das Lied der Deutschen ein Kind der vormärz’schen Kriegsgeilheit mit ihrer antidänischen und vor allem antifranzösischen Stoßrichtung. Halten wir uns weiter an Herrn Al Ghusains Intention: In welchem Kontext würdigte die Stadt Würzburg 1938 Herrn Chemnitz? Würzburgs damaliger Oberbürgermeister Theo Memmel, der noch am 02. April 1945 verlauten ließ, dass man jeden erhänge, der für den Feind arbeite, hat die Tafel sicher nicht wegen Chemnitzs Verdiensten um die Mainschifffahrt anbringen lassen. Es handelt sich schlicht und einfach um ein noch heute gehegtes und gepflegtes Nazidenkmal.

Der Studentenstein, die Kriegerdenkmäler, all die Kultstätten der nationalen Huldigung, was bewirkt es, sie in ihren historischen Kontext zu stellen? Das Vergangene und das Gegenwärtige werden auf künstliche Weise entknotet. Vergangenes ist vergangen, obwohl es auch auf die Gegenwart ihre Schatten wirft, sein Geist weiter existiert.

Und die Geschichte des nationalen Opfers lebt weiter. Ausgerechnet auf der Homepage der Stadt Würzburg, ausgerechnet bezüglich des Herren Nazi-Oberbürgermeisters Theo Memmel. Unter der Rubrik Stadthistorische Streiflichter erfährt man: „Im Gegensatz zu Gauleiter Dr. Otto Hellmuth, der sich bereits vor der Entscheidung in Richtung Nürnberg abgesetzt hatte, blieb Oberbürgermeister Theo Memmel in Würzburg und kämpfte mit einem von drei Volkssturmstoßtrupps in der Randersackerer Straße aufopfernd aber sinnlos gegen die überlegenen Angreifer.“ Welch schön gezeichnetes Heldenepos! Gauleiter Dr. Otto Hellmuth, der feige Verräter, flüchtete sich nach Nürnberg, Herr Memmel aber, der scheiternde Held, setzte sich aufopferungsvoll für seine Stadt ein. Liest man diesen Text, verwundert es fast, dass man Herrn Memmel nicht posthum den Kulturpreis der Stadt Würzburg verliehen hat.

Die Verehrung des nationalen Opfers lebt weiter, auf der Homepage der Stadt Würzburg, bei jedem Volkstrauertag, bei jeder Kranzniederlegung des Intercorporativen Convents am Studentenstein. Denkmäler in ihren historischen Kontext zu stellen, solange der Mythos des Opfers für die Volksgemeinschaft Realität besitzt, bedeutet, die geistigen Abgründe der Gegenwart totzuschweigen.

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Deutscher Liberalismus IV / Würzburger Reden http://wuew.blogsport.de/2012/07/21/deutscher-liberalismus-iv-wuerzburger-reden/ http://wuew.blogsport.de/2012/07/21/deutscher-liberalismus-iv-wuerzburger-reden/#comments Sat, 21 Jul 2012 09:28:40 +0000 Administrator Stadtrundschau Jan-Philipp Urbis Antifa http://wuew.blogsport.de/2012/07/21/deutscher-liberalismus-iv-wuerzburger-reden/ In einer Gemeinschaft, deren Mitglieder die Existenz einer halluzinierten Meinungsführerschaft des Politisch Korrekten für ein Faktum halten, treibt die empfundene Distinktion manchmal unfreiwillig komische Blüten der nationalliberalen Einfalt. Und so führt das Denken ohne Widerspruch, das preaching to the converted, das ununterbrochene Sich-Selbst-Auf-Die-Schulter-Klopfen, auch auf den Häusern der Würzburger Studentenverbindungen dazu, dass eher einfach gestrickte Reden als Husarenritt wider die Verhältnisse wahrgenommen werden, die man sogar mit einem eigenen Büchlein würdigt: Die als Buch herausgegebenen „Würzburger Reden“ von Dr. Thomas Cieslik, Burschenschafter, Politikwissenschaftler und FDP-Mitglied, sind dafür ein gutes Beispiel.
Doch von welchem Milieu rede ich hier eigentlich? Denn „nicht alles, was pc im Munde führt, ist gleich rechts, aber bestimmt alles, was rechts ist, führt pc im Munde.“ (Barbara Junge/Julia Naumann/Holger Stark (1997): Rechtsschreiber. Wie ein Netzwerk in Medien und Politik an der Restauration des Nationalen arbeitet. Berlin. S. 21) Sucht man einen Begriff für das politische Milieu, von dem hier die Rede ist und das das Politisch Inkorrekte zur Tugend erhoben hat, stößt man auf keine klare Bezeichnung: Nationalliberal, nationalkonservativ, rechtsliberal und nationalfreiheitlich sind Vorschläge, aber weder lassen sich die einzelnen Begriffe bisher klar voneinander abgrenzen noch wurden bisher Versuche unternommen, die Ansichten und Ziele dieses Milieus stringent zu untersuchen. Als Arbeitsdefinition schlage ich die Bezeichnung „freiheitliche Grauzone“ vor. Durch das Wort freiheitlich wird zum einen eine häufige Selbstbezeichnung der Milieumitglieder aufgenommen, zum anderen ist es sowohl mit dem klassischen liberalen Denken, als auch mit dem nationalchauvinistischen Ansinnen der FPÖ konnotiert. Grauzone trägt der Tatsache Rechnung, dass es sich um kein klar abgrenzbares Milieu handelt: die freiheitliche Grauzone ist sowohl mit etablierten deutschen Parteien verbunden, als auch mit den Thinktanks und Institutionen der Neuen Rechten. Das Meinungsspektrum ist nach Rechts meilenweit offen, nach links aber fest verriegelt.
Zu Wesen und Funktion des Begriffs Political Correctness wurde bereits viel veröffentlicht. Als Einstieg sei Katrin Auers Essay empfohlen. Mit dem PC-Begriff wird der Versuch unternommen, eine linke Diskurshegemonie zu umschreiben, die irgendein Denken unterdrückt, das die Wahrheit ans Licht bringen könnte, in unserem Falle ein so genanntes freiheitliches Denken. Bestimmte Begriffe sind mit der Political Correctness stets verbunden: Die Anhänger der PC werden als Gutmenschen bezeichnet, besonders häufig verbunden ist der Diskurs auch mit antifeministischen Ansichten, der Begriff „Genderterror“ steht dafür beispielhaft. Auch der Zeitgeist wird als abstraktes, nicht greifbares Unterdrückungsmoment angegriffen. Viel zu kurz kommt in den Untersuchungen die Ähnlichkeit zwischen klassischem Verschwörungsdenken und der Agitation gegen PC: Denn beide kommen ohne Gegner aus. Das Politisch Korrekte wird als eine mächtige Kraft dargestellt, die die Fäden zieht, ohne dass es Akteure gibt, die sich selbst als Politisch Korrekt bezeichnen würden. Die Rhetorik gegen PC drückt sich in Begriffen wie Tyrannei, Terror, Fundamentalismus oder gar Faschismus aus, ohne eine zielgerichtete Bewegung benennen zu können, die Politisch Korrekt wäre. So wie der Antisemitismus keine Juden braucht und Truther keine Bilderberger, so braucht auch die Agitation gegen Political Correctness keine Politisch Korrekten, sie funktioniert selbstbezüglich als Kampf der freiheitlichen Mehrheit gegen die böse Minorität. Auch hier knüpft sie an das klassische Verschwörungsdenken an, das doch zutiefst verbunden ist mit der religiösen Idee des Teufels, der durch bestimmte Personen seine Macht über die Menschheit ausübt.

Zum Glück kann man bei Amazon einen Blick in die „Würzburger Reden“ werfen, sonst wäre uns dieses Beispiel burschenschaftlichen „Geistes“ nie in die Hände gefallen: In Print ist dies Büchlein leider nicht mehr verfügbar. Vor einem Blick ins Buch stellt sich die Frage, wo Cieslik PC begegnet ist: Laut Aussage seiner Homepage hat dieser in Eichstätt studiert und war später in Würzburg tätig. Beides wahrlich Gegenden, in denen der linke Meinungsterror in jeder Pore der Journaille steckt. Nicht. Wenn ein Jan Fleischhauer im politisch-journalistischen Milieu Berlins, dann und wann durchaus unterhaltsam, auf die Pauke haut, nimmt man ihm wenigstens noch ab, dass die Mehrheit seiner KollegInnen ein durchaus anderes politisches Grundverständnis besitzt. In Würzburg imaginiert man sich die Herrschaft der Politisch Korrekten herbei, was sich täglich in den Kommentarspalten der Main-Post niederschlägt und sich auch in den „Würzburger Reden“ zeigt.
Selbstverständlich, ganz gemäß der burschenschaftlichen Weltdeutung, sind die Schuldigen, die jetzt Deutschland regieren, schnell ausgemacht: die 68iger. „Eine Ideologie aus spontan-anarchistischen, antibündischen, also gegen Nation und Familie gerichtete(n) Politik“ (Rechtschreibfehler im Original) sei hier am Werke und sei nun „erfolgreich in den Institutionen verankert“. Hier haben wir sie, die bereits früher angedeutete gruselige Verbindung der Freiheitlichen mit dem Nationalen. Faszinierend, mit wie viel subversiver Energie die 68iger für Cieslik noch immer ausgestattet sein müssen, damit er sich seinen Feind zeichnen kann, um die konservativ gewordenen 68iger, die sieben Jahre in Rot und Grün das Land regiert haben, übersehen zu können. Das Bild eines Deutschlands, das eine wie auch immer geartete linke Meinungsführerschaft besitzt, wird noch weiter gezeichnet: „Unabhängige, kritische Freigeister sind rar, sie tauchen nicht in der veröffentlichten Meinung eines durch Zwangsgebühren finanzierten und immer stärker in die Wohnzimmer hineindiktierten, ermahnenden, ja fast erziehenden öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf.“ Nun will man Cieslik gar nicht verübeln, von den GEZ-Gebühren genervt zu sein. Aber die Assoziationen von staatlicher Meinungskontrolle und linkem Kontrollstaat, die hier hervorgerufen werden, benötigen eine starke Einbildungskraft. Es spielt im Zusammenhang der freiheitlichen Grauzone überhaupt keine Rolle, ob solche Behauptungen verifizierbar sind: Verschwörungsdenken reproduziert sich selbst, es braucht keine Beweise. „Hinzu kommen auch neosozialistische Rezepte, die das Funktionieren der Marktwirtschaft von Angebot und Nachfrage immer weiter aushebeln.“ Wir übersetzen diese Aussage: die Marktwirtschaft ist deshalb krisenhaft, weil es den „Neosozialismus“ gibt. Da hätte er doch lieber mal Marx gelesen, oder wenigstens Keynes.
Die Pointe aus den Auszügen der „Würzburger Reden“ ist aber definitiv, welche Säulenheilige sich Cieslik ausgesucht hat: „Mit geistiger Frische gegen die vorherrschende Tump- und Verwirrtheit vorzugehen, trauen sich nur wenige: aus Angst vor dem gesellschaftlichen Ausschluss. Die ehemalige Tagesschausprecherin Eva Herrmann ist hierfür ein mahnendes Beispiel.“ What? Wie schlecht muss es um das intellektuelle Niveau der Freiheitlichen stehen, wenn sie Eva Herrmann als ihre Ikone ausrufen? Eva Herrmann, die das Unglück der Loveparade als Gottes Strafe deutet, Eva Herrmann, die sich nach ihrem Rauswurf bei den Tagesthemen jetzt als Sprachrohr des Kopp-Verlages, der sich auf rechte Esoterik, nationalistische Hardliner und Verschwörungstheorien spezialisiert hat, ihre Brötchen verdient. Eva Herrmann, die jetzt auf eher traurigen Veranstaltungen neben Herren im Janker ihre Thesen präsentieren muss:

(sehr zu empfehlen ab 0:25)

Da die freiheitliche Grauzone sich scheinbar derart schwer tut, Identifikationsfiguren zu finden, möchte ich hier auch noch eine vorstellen. Wirklich, mutig, freigeistig und definitiv gegen PC ist diese Dame, die die FDP Nordrhein-Westfalen gleich als Bundestagsabgeordnete aufstellen sollte. Die spricht aus, was man ja wohl noch sagen darf!?

Am Ende waren sich die Korporierten wieder einig und klopften Cieslik auf die Schulter: „Jedes Mal erhielt ich ein positives Echo, Gewünschtes, aber oft nicht allzu in der Öffentlichkeit deutlich Gehörtes, vorgetragen zu haben.“ Um zum Ende noch einmal auf den Text zurückzukommen, „unabhängige, kritische Geister“ sind vielleicht rar, aber rar ist auch manchmal der Geist.

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Wahre Worte http://wuew.blogsport.de/2012/02/06/wahre-worte/ http://wuew.blogsport.de/2012/02/06/wahre-worte/#comments Mon, 06 Feb 2012 19:08:27 +0000 Administrator Fundstücke http://wuew.blogsport.de/2012/02/06/wahre-worte/ Helmut Schmidt hat unlängst über Karl Theodor zu Guttenberg alles gesagt, was zu sagen ist.

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Als hätte man auf mich gehört… http://wuew.blogsport.de/2012/02/03/als-haette-man-auf-mich-gehoert/ http://wuew.blogsport.de/2012/02/03/als-haette-man-auf-mich-gehoert/#comments Thu, 02 Feb 2012 23:37:04 +0000 Administrator Aktuelles Yvonne Hegel Stadtrundschau Presseschau http://wuew.blogsport.de/2012/02/03/als-haette-man-auf-mich-gehoert/ …hat Wolfgang Jung einen tatsächlich lesenswerten Artikel über Heike Pauline Grauf geschrieben, der sich vom groben, bratwurstjournalistischen Geschreibsel seiner KollegInnen deutlich unterscheidet.

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„Was soll‘n die Nazis raus aus Deutschland? http://wuew.blogsport.de/2012/02/01/was-solln-die-nazis-raus-aus-deutschland/ http://wuew.blogsport.de/2012/02/01/was-solln-die-nazis-raus-aus-deutschland/#comments Wed, 01 Feb 2012 21:32:31 +0000 Administrator Yvonne Hegel Stadtrundschau Antifa http://wuew.blogsport.de/2012/02/01/was-solln-die-nazis-raus-aus-deutschland/ …Was hätte das für‘n Sinn? Die Nazis können doch net naus, denn hier jehörn se hin.“ (Die goldenen Zitonen)

Viel zu späte Anmerkungen zum NSU, der Würzburg-ist-bunt- und der Antifademo im Dezember

Eine Nazibande zieht über ein Jahrzehnt mordend durchs Land und der Inlandsgeheimdienst versagt auf ganzer Linie. Die zivilgesellschaftliche Empörung über die Terrorakte fällt recht schmal aus, denn die Deutschen glauben wirklich, dass ihr Land bunt sei. Die jahrelange nationale Selbstbeweihräucherung qua Fanmeilendeutschland, das popkulturelle Bekenntnis zur „Heimat“ von Lena bis Nena, zeigen ganze Wirkung.
Sie haben nie aufgehört, selbst den Rechtsradikalismus noch als Argument gegen „Multikulti“ zu interpretieren: Die deutschen PatriotInnen, die politisch Inkorrekten, die KämpferInnen gegen die so genannten „Gutbürger“, die sich auf den Mainpostkommentarspalten auskotzen, die BürgerInnen, die selbst noch brennende Asylbewerberheime als Grund für eine Verschärfung der Asylgesetzbegung anführten. Das Problem heißt Deutschland.

Wenigstens gab es in Würzburg, im Vergleich zu vielen anderen ach so bunten Städten, eine solche Demo, kann man sagen. Der antineonazistische Reflex des linken Bürgertums ist nicht der schlechteste. Die zivilgesellschaftliche Empörung muss jedoch, bei allem ernstgemeinten Engagement gegen den Rechtsterror, ein Deutschland zeichnen, das es so nicht gibt. Sie muss eine Stadt konstruieren, die auf breiter Front gegen den rechten Terror sich ausspricht, ohne die Gesellschaft anzugreifen, in der der Nationalsozialismus zuhause ist. Nahezu jeder Kommentar in den Kommentarspalten der Mainpost beweist das Gegenteil. „Blaubi“ schreibt: „ ‚So wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus‘: die Stimmung der Bevölkerung gegenüber den Migranten wiederspiegelt lediglich den Integrationswillen der ‚Einreisenden‘“. „45acp“ schreibt: „Ich vermisse den Respekt der meisten Ausländer unserem Land gegenüber und höre immer nur Forderungen und Nörgeleien“. „Taucher“ schreibt: „Der bundesweit von bestimmten Kreisen angeheizte Gruppenzwang zum kollektiven Schuldkomplex ist abartig und hochneurotisch.
Hier schreiben keine organisierten Neonazis, hier schreibt Würzburg. Hier schreibt die Gesellschaft, deren flammendes Bekenntnis zur Nation dazu neigt, das „Fremde“ in Brand zu stecken. Man wird sich ja noch wehren dürfen.

Schneller auf den rechten Terror reagierten in Würzburg antifaschistische Zusammenhänge, die unter dem Motto „Naziterror stoppen! Gegen Rassismus auf allen Ebenen!“ im Dezember durch die Straßen zog. „Derzeit feiert die bürgerliche Heuchelei und Doppelzüngigkeit einen neuen Höhepunkt. Während man sich einerseits über die kühl geplanten und brutal durchgeführten Morde des sogenannten ‚Nationalsozialistischen ‚Untergrunds‘ (NSU) echauffiert, treibt gleichzeitig der bürgerliche Rassismus a la Sarrazin in Medien und Politik neue Blüten.“ Zu einer Demo, die den Widerspruch zwischen der Zeichnung eines antineonazistischen Deutschlands und einer Gesellschaft, die den Rassismus selbst hervorbringt, thematisiert, kann ich mich kritisch-solidarisch verhalten.
Es steht aber die Frage im Raum, weshalb man die Demo überhaupt verantstaltet: Der linksradikale Point-of-view kann nicht an die Frau bzw. an den Mann gebracht werden, das deutsche „Volk“ wird nicht von den so genannten Herrschenden, wer auch immer das sein soll, zu einem Volk von RassistInnen gemacht, das deutsche „Volk“ ist ein sich seiner vernunftpotentiale selbstentmündigender Haufen, der dann und wann zum völkischen Mob wird. Dieser Standpunkt ist nicht vermittelbar, nicht durch eine Demo, nicht durch eine immitierte Stärke der antifaschistischen Bewegung.

Viele Konfliktlinien, die die radikale Linke hervorbrachte, geraten in Vergessenheit: Da die AnhängerInnen der Szene aus jugendkulturellen Milieus stammen und spätestens ab Mitte zwanzig damit beschäftigt sind, ihre „Jugendsünden“ zu verdrängen, können sich die wenigsten daran erinnern, was die antideutsche Antifa begriffen hatte. Bevor antideutsch ein identitäres Label für peinliche Wald- und Wiesenpolitikanten aus den Landkreisen wurde, die viel gelesen, aber nichts begriffen haben, verstand der klügere Teil der Antifaschistischen Aktion aus den neunziger Jahren wenigstens, dass die reflexhafte Feststellung, dass irgendein Scheißkaff bunt sei, nichts anderes als eine Lüge ist, die die Deutschen jedoch allzugerne selbst glauben. Viele Aueinandersetzungen der radikalen Linken sind von gestern und dennoch aktuell wie eh und je, obwohl ihr Personal mittlerweile aus ganz anderen Personen besteht, „alte“, linksradikale SpießerInnen wie mich ausgenommen. Das Dunkeldeutschland von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen ist aber noch immer da. „Ist es nicht eher so, dass jede Haltung und Handlung gegen die gesellschaftliche, geographische und politische Konstellation dieses Landes einen Akt der Menschlichkeit darstellt? Dass das Destruktive im Land der Deutschen das einzige Konstruktive ist? Ja, Sisyphusarbeit, vielleicht erfolglos, vielleicht frustrierend, vielleicht lebensgefährlich. Es ist aber die einzige Form, das Leben hier einigermaßen erträglich zu machen. Die einzige Form, für die es sich heute lohnt, hier etwas zu machen. Alles andere erregt den Verdacht, dass man irgendetwas Großes mit diesem Land und seinem Inventar vorhabe. Und das ist tödlich.

Dieses wundervolle Licht in Würzburg, wie farbig, ich mag es kaum mit schwarzer Tinte aufschreiben“ schrieb einst Gertraud Rostosky. Das Licht der Vernunft war es nicht.

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Verfassungsschutz und Linke II http://wuew.blogsport.de/2012/01/25/verfassungsschutz-und-linke-ii/ http://wuew.blogsport.de/2012/01/25/verfassungsschutz-und-linke-ii/#comments Wed, 25 Jan 2012 19:05:35 +0000 Administrator Aktuelles Yvonne Hegel http://wuew.blogsport.de/2012/01/25/verfassungsschutz-und-linke-ii/ …und dieser „VS-Bericht“ von Karl Marx erinnert mich an viele meiner FreundInnen, zu finden hier.

Spitzelbericht der preußischen Polizei
über Karl Marx von 1852/53

Der Chef dieser Partei (der Kommunisten) ist Karl Marx; die Unterchefs sind Friedrich Engels in Manchester; Freiligrath und Wolff (Lupus genannt) in London; Reine in Paris; Weydemeyer und Cluß in Amerika; Bürgers und Daniels waren es in Köln; Weerth war es in Harnburg. Alle außer diesen sind nur einfache Mitglieder. Der schaffende und handelnde Geist, die eigentliche Seele der Partei ist aber Marx; darum will ich Sie auch mit seiner Persönlichkeit bekannt machen.

Marx ist von mittlerer Statur, 34 Jahre alt; trotz seines besten Alters werden seine Haare schon grau; seine Gestalt ist kräftig; seine Gesichtszüge mahnen sehr an Szenere (einen ungarischen Revolutionär), nur ist sein Teint mehr braun, sein Haar und Bart ganz schwarz; letzteren rasiert er gar nicht; sein großes, durchdringend feuriges Auge hat etwas dämonisch Unheimliches; man sieht ihm übrigens auf den ersten Blick den Mann von Genie und Energie an; seine Geistesüberlegenheit übt eine unwiderstehliche Gewalt auf seine Umgebung aus, Im Privatleben ist er ein höchst unordentlicher, zynischer Mensch, ein schlechter Wirt; er führt ein wahres Zigeunerleben, Waschen, Kämmen und Wäschewechsel gehört bei ihm zu den Seltenheiten; er berauscht sich gern. Oft faulenzt er tagelang, hat er aber viel Arbeit, dann arbeitet er Tag und Nacht mit unermüdlicher Ausdauer fort; eine bestimmte Zeit zum Schlafen und Wachen gibt es bei ihm nicht; sehr oft bleibt er ganze Nächte auf, dann legt er sich wieder mittags ganz angekleidet aufs Kanapee und schläft bis abends, unbekümmert um die ganze Welt, die bei ihm frei aus- und eingeht.

Seine Gattin ist die Schwester des preußischen Ministers von Westphalen, eine gebildete und angenehme Frau, die aus Liebe zu ihrem Mann sich an dieses Zigeunerleben gewöhnt hat und sich in diesem Elend nun ganz heimisch fühlt. Sie hat zwei Mädchen und einen Knaben, alle drei Kinder sind recht hübsch und haben die intelligenten Augen des Vaters.

Als Gatte und Familienvater ist Marx, trotz seines sonst unruhigen und wilden Charakters, der zarteste und zahmste Mensch. Marx wohnt in einem der schlechtesten, folglich auch billigsten Quartiere von London. Er bewohnt zwei Zimmer, das eine mit der Aussicht auf die Straße ist der Salon, rückwärts ist das Schlafzimmer. In der ganzen Wohnung ist nicht ein reines und gutes Stück Möbel zu finden, alles ist zerbrochen, zerfetzt und zerlumpt, überall klebt fingerdicker Staub, überall die größte Unordnung. In der Mitte des Salons steht ein altväterlicher großer Tisch, mit Wachsleinwand behangen. Auf diesem liegen seine Manuskripte, Bücher, Zeitungen, dann die Spielsachen der Kinder, das Fetzenwerk des Nähzeugs seiner Frau, dann einige Teetassen mit abgebrochenen Rändern, schmutzige Löffel, Messer, Gabeln, Leuchter, Tintenfaß, Trinkgläser, holländische Tonpfeifen, Tabakasche, mit einem Wort alles drunter- und drüber gehäuft, und alles dies auf einem einzigen Tisch.

Wenn man bei Marx eintritt, werden die Augen von dem Steinkohlen- und Tabaksqualm derart umflort, daß man im ersten Augenblick wie in einer Höhle herumtappt, bis sich der Blick mit den Dünsten allmählich befreundet und man wie im Nebel einige Gegenstände ausnimmt. Alles ist schmutzig, alles voll Staub, mit dem Niedersitzen ist es eine wahrhaft gefährliche Sache. Da steht ein Stuhl nur auf drei Füßen, dort spielen die Kinder und machen ihre Küche auf einem anderen Stuhl, der zufällig noch ganz ist. Richtig, den trägt man dem Besucher an, aber die Kinderküche wird nicht weggeputzt, setzen Sie sich, so riskieren Sie ein Paar Beinkleider. Alles dies bringt aber Marx und seine Gattin durchaus in keine Verlegenheit. Man empfängt auf das freundlichste, man trägt Pfeife, Tabak und was eben da ist mit Herzlichkeit an. Eine geistreiche angenehme Konversation ersetzt endlich die häuslichen Mängel, macht das Ungemach erst erträglich. Man söhnt sich mit der Gesellschaft sogar aus, findet diesen Zirkel interessant, ja originell. Das ist das getreue Bild von dem Familienleben des Kommunistenchefs Marx.

Aus: H.M. Enzensberger, Gespräche mit Marx und Engels. Insel Tb 19.

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Verfassungsschutz und LINKE I http://wuew.blogsport.de/2012/01/25/verfassungsschutz-in-linke-i/ http://wuew.blogsport.de/2012/01/25/verfassungsschutz-in-linke-i/#comments Wed, 25 Jan 2012 18:41:44 +0000 Administrator Aktuelles Yvonne Hegel http://wuew.blogsport.de/2012/01/25/verfassungsschutz-in-linke-i/ Der Verfassungsschutz müsste hunderte neue MitarbeiterInnen einstellen, würde er alle Land- und BundestagspolitikerInnen überwachen, die Israel nicht trotz, sondern wegen Auschwitz kritisieren und Israelkritik als leidenschaftlich betriebene deutsche Volkssportart betreiben. Und man merkt spätestens, dass es keine objektive staatliche Extremismusbekämpfung gibt, wenn man vergeblich nach dem Namen Martin Hohmann in den Archiven des VS sucht.

Die Priorität des Verfassungsschutzes ist eine andere, was die Offenlegung der vom VS überwachten Abgeordneten der LINKEN ein weiteres Mal beweist. Es geht eben nicht nur um den Schutz des Grundgesetzes, sondern auch um parteipolitische Intentionen unter dem Deckmantel des „politikwissenschaftlichen“ Extremismusbegriffs. Sich offenbar der nötigen massiven Etaterhöhung für den VS bewusst, wenn es um eine grundlegende Übewachung zweifelhafter IsraelkritikerInnen ginge, hält man Gregor Gysi, Petra Pau und Katja Kipping offenbar für gefährlicher als leidenschaftliche AntizionistInnen wie Inge Höger, Annette Groth und Sevim Dağdelen.

Ein besonderes Schockervideo bietet Stefan Ziefles Vortrag vom „Marx is Muss“ Kongress 2010 mit dem Thema „Ist Kritik an Israel antisemitisch“, mit dem sich hier schon intensiv auseinandergesetzt wurde.
Niemand, der dieses Video gesehen hat, kann danach noch behaupten, es gäbe keine problematische linke „Israelkritik“. Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass ein Teil der LINKEN dies auch weiterhin behaupten wird.

Stefan Ziefle – Ist Kritik an Israel Antisemitisch? from marx21 on Vimeo.

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