Archiv der Kategorie 'Jan-Philipp Urbis'

Deutscher Liberalismus IV / Würzburger Reden

In einer Gemeinschaft, deren Mitglieder die Existenz einer halluzinierten Meinungsführerschaft des Politisch Korrekten für ein Faktum halten, treibt die empfundene Distinktion manchmal unfreiwillig komische Blüten der nationalliberalen Einfalt. Und so führt das Denken ohne Widerspruch, das preaching to the converted, das ununterbrochene Sich-Selbst-Auf-Die-Schulter-Klopfen, auch auf den Häusern der Würzburger Studentenverbindungen dazu, dass eher einfach gestrickte Reden als Husarenritt wider die Verhältnisse wahrgenommen werden, die man sogar mit einem eigenen Büchlein würdigt: Die als Buch herausgegebenen „Würzburger Reden“ von Dr. Thomas Cieslik, Burschenschafter, Politikwissenschaftler und FDP-Mitglied, sind dafür ein gutes Beispiel.
Doch von welchem Milieu rede ich hier eigentlich? Denn „nicht alles, was pc im Munde führt, ist gleich rechts, aber bestimmt alles, was rechts ist, führt pc im Munde.“ (Barbara Junge/Julia Naumann/Holger Stark (1997): Rechtsschreiber. Wie ein Netzwerk in Medien und Politik an der Restauration des Nationalen arbeitet. Berlin. S. 21) Sucht man einen Begriff für das politische Milieu, von dem hier die Rede ist und das das Politisch Inkorrekte zur Tugend erhoben hat, stößt man auf keine klare Bezeichnung: Nationalliberal, nationalkonservativ, rechtsliberal und nationalfreiheitlich sind Vorschläge, aber weder lassen sich die einzelnen Begriffe bisher klar voneinander abgrenzen noch wurden bisher Versuche unternommen, die Ansichten und Ziele dieses Milieus stringent zu untersuchen. Als Arbeitsdefinition schlage ich die Bezeichnung „freiheitliche Grauzone“ vor. Durch das Wort freiheitlich wird zum einen eine häufige Selbstbezeichnung der Milieumitglieder aufgenommen, zum anderen ist es sowohl mit dem klassischen liberalen Denken, als auch mit dem nationalchauvinistischen Ansinnen der FPÖ konnotiert. Grauzone trägt der Tatsache Rechnung, dass es sich um kein klar abgrenzbares Milieu handelt: die freiheitliche Grauzone ist sowohl mit etablierten deutschen Parteien verbunden, als auch mit den Thinktanks und Institutionen der Neuen Rechten. Das Meinungsspektrum ist nach Rechts meilenweit offen, nach links aber fest verriegelt.
Zu Wesen und Funktion des Begriffs Political Correctness wurde bereits viel veröffentlicht. Als Einstieg sei Katrin Auers Essay empfohlen. Mit dem PC-Begriff wird der Versuch unternommen, eine linke Diskurshegemonie zu umschreiben, die irgendein Denken unterdrückt, das die Wahrheit ans Licht bringen könnte, in unserem Falle ein so genanntes freiheitliches Denken. Bestimmte Begriffe sind mit der Political Correctness stets verbunden: Die Anhänger der PC werden als Gutmenschen bezeichnet, besonders häufig verbunden ist der Diskurs auch mit antifeministischen Ansichten, der Begriff „Genderterror“ steht dafür beispielhaft. Auch der Zeitgeist wird als abstraktes, nicht greifbares Unterdrückungsmoment angegriffen. Viel zu kurz kommt in den Untersuchungen die Ähnlichkeit zwischen klassischem Verschwörungsdenken und der Agitation gegen PC: Denn beide kommen ohne Gegner aus. Das Politisch Korrekte wird als eine mächtige Kraft dargestellt, die die Fäden zieht, ohne dass es Akteure gibt, die sich selbst als Politisch Korrekt bezeichnen würden. Die Rhetorik gegen PC drückt sich in Begriffen wie Tyrannei, Terror, Fundamentalismus oder gar Faschismus aus, ohne eine zielgerichtete Bewegung benennen zu können, die Politisch Korrekt wäre. So wie der Antisemitismus keine Juden braucht und Truther keine Bilderberger, so braucht auch die Agitation gegen Political Correctness keine Politisch Korrekten, sie funktioniert selbstbezüglich als Kampf der freiheitlichen Mehrheit gegen die böse Minorität. Auch hier knüpft sie an das klassische Verschwörungsdenken an, das doch zutiefst verbunden ist mit der religiösen Idee des Teufels, der durch bestimmte Personen seine Macht über die Menschheit ausübt.

Zum Glück kann man bei Amazon einen Blick in die „Würzburger Reden“ werfen, sonst wäre uns dieses Beispiel burschenschaftlichen „Geistes“ nie in die Hände gefallen: In Print ist dies Büchlein leider nicht mehr verfügbar. Vor einem Blick ins Buch stellt sich die Frage, wo Cieslik PC begegnet ist: Laut Aussage seiner Homepage hat dieser in Eichstätt studiert und war später in Würzburg tätig. Beides wahrlich Gegenden, in denen der linke Meinungsterror in jeder Pore der Journaille steckt. Nicht. Wenn ein Jan Fleischhauer im politisch-journalistischen Milieu Berlins, dann und wann durchaus unterhaltsam, auf die Pauke haut, nimmt man ihm wenigstens noch ab, dass die Mehrheit seiner KollegInnen ein durchaus anderes politisches Grundverständnis besitzt. In Würzburg imaginiert man sich die Herrschaft der Politisch Korrekten herbei, was sich täglich in den Kommentarspalten der Main-Post niederschlägt und sich auch in den „Würzburger Reden“ zeigt.
Selbstverständlich, ganz gemäß der burschenschaftlichen Weltdeutung, sind die Schuldigen, die jetzt Deutschland regieren, schnell ausgemacht: die 68iger. „Eine Ideologie aus spontan-anarchistischen, antibündischen, also gegen Nation und Familie gerichtete(n) Politik“ (Rechtschreibfehler im Original) sei hier am Werke und sei nun „erfolgreich in den Institutionen verankert“. Hier haben wir sie, die bereits früher angedeutete gruselige Verbindung der Freiheitlichen mit dem Nationalen. Faszinierend, mit wie viel subversiver Energie die 68iger für Cieslik noch immer ausgestattet sein müssen, damit er sich seinen Feind zeichnen kann, um die konservativ gewordenen 68iger, die sieben Jahre in Rot und Grün das Land regiert haben, übersehen zu können. Das Bild eines Deutschlands, das eine wie auch immer geartete linke Meinungsführerschaft besitzt, wird noch weiter gezeichnet: „Unabhängige, kritische Freigeister sind rar, sie tauchen nicht in der veröffentlichten Meinung eines durch Zwangsgebühren finanzierten und immer stärker in die Wohnzimmer hineindiktierten, ermahnenden, ja fast erziehenden öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf.“ Nun will man Cieslik gar nicht verübeln, von den GEZ-Gebühren genervt zu sein. Aber die Assoziationen von staatlicher Meinungskontrolle und linkem Kontrollstaat, die hier hervorgerufen werden, benötigen eine starke Einbildungskraft. Es spielt im Zusammenhang der freiheitlichen Grauzone überhaupt keine Rolle, ob solche Behauptungen verifizierbar sind: Verschwörungsdenken reproduziert sich selbst, es braucht keine Beweise. „Hinzu kommen auch neosozialistische Rezepte, die das Funktionieren der Marktwirtschaft von Angebot und Nachfrage immer weiter aushebeln.“ Wir übersetzen diese Aussage: die Marktwirtschaft ist deshalb krisenhaft, weil es den „Neosozialismus“ gibt. Da hätte er doch lieber mal Marx gelesen, oder wenigstens Keynes.
Die Pointe aus den Auszügen der „Würzburger Reden“ ist aber definitiv, welche Säulenheilige sich Cieslik ausgesucht hat: „Mit geistiger Frische gegen die vorherrschende Tump- und Verwirrtheit vorzugehen, trauen sich nur wenige: aus Angst vor dem gesellschaftlichen Ausschluss. Die ehemalige Tagesschausprecherin Eva Herrmann ist hierfür ein mahnendes Beispiel.“ What? Wie schlecht muss es um das intellektuelle Niveau der Freiheitlichen stehen, wenn sie Eva Herrmann als ihre Ikone ausrufen? Eva Herrmann, die das Unglück der Loveparade als Gottes Strafe deutet, Eva Herrmann, die sich nach ihrem Rauswurf bei den Tagesthemen jetzt als Sprachrohr des Kopp-Verlages, der sich auf rechte Esoterik, nationalistische Hardliner und Verschwörungstheorien spezialisiert hat, ihre Brötchen verdient. Eva Herrmann, die jetzt auf eher traurigen Veranstaltungen neben Herren im Janker ihre Thesen präsentieren muss:

(sehr zu empfehlen ab 0:25)

Da die freiheitliche Grauzone sich scheinbar derart schwer tut, Identifikationsfiguren zu finden, möchte ich hier auch noch eine vorstellen. Wirklich, mutig, freigeistig und definitiv gegen PC ist diese Dame, die die FDP Nordrhein-Westfalen gleich als Bundestagsabgeordnete aufstellen sollte. Die spricht aus, was man ja wohl noch sagen darf!?

Am Ende waren sich die Korporierten wieder einig und klopften Cieslik auf die Schulter: „Jedes Mal erhielt ich ein positives Echo, Gewünschtes, aber oft nicht allzu in der Öffentlichkeit deutlich Gehörtes, vorgetragen zu haben.“ Um zum Ende noch einmal auf den Text zurückzukommen, „unabhängige, kritische Geister“ sind vielleicht rar, aber rar ist auch manchmal der Geist.

Wahn und Wirklichkeit

Es fühlt sich so an, als sei die Erdrotation ins Stocken geraden. Als würde sich die Welt, wie wir sie kennen, immer langsamer drehen. Und niemand weiß, welche Macht sie wieder bewegen soll.
Die Erde dreht sich. Noch. Doch die erfahrbare Welt, wie wir sie kennen, scheint müde. Scheint nicht mehr imstande, ist weder gewillt noch fähig, sich selbst zu erneuern. Was wir von Welt kennen, ist noch vorhanden, nur verliert es seine Bedeutung. Politik, Gesellschaft, Vernunft, Emanzipation, Bürgerlichkeit, Aufklärung, all diese Elemente sind noch da. Doch kommen zu ihrem Ende.
Bilde ich mir nur ein, dass die Gesellschaft auf ein Ende zusteuert, und sich der Halm, an den sich der Pöbel klammert, die Barbarei ist? Wann habe ich das letzte mal mein Zimmer verlassen? Zum Tabakkaufen. Halb fünf.
Ist es der selbe Grauschleier, der die Welt in die Depression reißt, der mir vor Augen schwebt? Wenn er das wäre, müsste er nicht anderen auch ins Gesicht geschrieben stehen? Wie will ich das herausfinden, wenn ich die Menschen nicht mehr anblicken kann, mich ihnen nicht mehr widmen kann, weil der dunkle Schleier eine Marmorwand errichtet hat zwischen ihnen und mir.
Ich kann nur hoffen, dass ich depressiv bin. Alles andere wäre eine Katastrophe.

Running Man for real.

Es ist interessant, wie sich die dystopischen Bilder der Vergangenheit in den Medien der Gegenwart widerspiegeln.
Filme wie „Running Man“ oder die Romanvorlage „Menschenjagd“ zeichnen das Bild einer Zukunft, die das Spektakuläre in seiner trivialsten Form- als Fernsehunterhaltung- voll und ganz als Mittel der Zähmung perfektioniert hat und selbst den Überlebenskampf eines Menschen noch als glitzerndes Showspektakel vermarkten kann.

Im Jahre 2011 ist es nicht die abwegigste Idee, eine Show zu produzieren, in der einige MigrantInnen, die gerade aus Westeuropa in ihre Heimatländer abgeschoben werden sollen, noch einen Koffer Geld gewinnen können, bevor man sie aus dem Land wirft. Das spektakuläre Bild einer Spielshow, und das in ihr zwangläufig enthaltene Gute-Laune-Feeling einer Unterhaltungssendung, verbrennt spielerisch leicht das Bewusstsein für den materiellen und lebensbedrohlichen Ernst der Lage, in dem sich die MigrantInnen befinden.
Jetzt kommt in Holland die Show „Weg van Nederland“ ins Fernsehen: Hier kämpfen sie tatsächlich um Geld, die abschiebebedrohten MigrantInnen, zumindest behauptet dies der Sender. Dadurch, dass nicht nur die KandidatInnen, sondern auch die ZuschauerInnen etwas gewinnen können (nämlich eine Reise in die Karibik), wird die Show letztendlichend zur Farce.

Klar ist, dass es sich bei „Weg van Nederland“ wahrscheinlich um eine nicht ganz ernst gemeinte Provokation des Senders handelt.
Die Frage aber, zu wieviel in der Vergangenheit ausgedachter Dystopie die reale Gegenwart fähig ist, wird das Fernsehen nicht zum letzten Mal aufwerfen.

Die unerträgliche Leichtigkeit des grünbürgerlichen Scheins oder: Besuche bei Tegut

Überflutet von Eindrücken- Presslufthämmer; Textfragmente; Informationsschnipsel; vorbei rasende Menschenmengen; bunte, graue Werbetafeln- ertappte ich mich einige Male dabei, wie ich in den Tegut floh. Selbst ohne die Absicht, etwas zu kaufen.
Ich war der Meinung, dorthin fliehen zu müssen. Um mich besser zu fühlen.
Hier gibt es keine Baumaschinen, die die Ruhe zerbersten könnten. Stattdessen sanfte Streichmusik, gerade an der Grenze des Hörbaren. Die subproletarische Großfamilie mit ihren lärmenden Bälgern, auf die man im Discounter trifft: Hier wirkt sie wie ein Fremdkörper. Das grüne Bürgertum ist unter sich, nichts erinnert an die Welt außerhalb dieser Sphäre. Oft treffe ich Freunde. Ich habe das Gefühl, dazu zugehören. Zu Tegut, seinen KundInnen, seiner Philosophie, seinem süßen Glücksversprechen.
Ich fühle mich gut. Einatmen, ausatmen.
Mir fallen auf Anhieb mehrere Produkte ein, die in den letzten Jahren aus dem Sortiment verschwunden sind. Es schmerzte, als sei ein Teil von mir gestorben. Seitanlendchen, sauer eingelegte Sojasprossen, der grüne Eistee von Alnatura, dieser Sojajoghurt, Vollkornbagels, die Tofuterrine von der Frischtheke. Ich bin der grüne Konsument. Ich bin die Ware.
„Deine Idee, dein Eis“: Was sollte ich bei einem Produkt wie „Eiszauber“ auch anderes vermuten? Neulich starrte ich apathisch Südfrüchte an, von denen ich noch nie gehört habe. Sharon, Physalis. Wie herrlich süß sie wohl schmecken? Tief stecke ich meine Nase in die Vollkornabteilung. Zermahlenes, geröstetes Getreide. Ich denke an ein malerisches Mühlwerk. Der Nexus von Produktion und Konsumption scheint in diesem Moment so deutlich. Das Korn duftet herrlich. Manchmal, am Monatsende, wenn das Geld knapp wird, macht mich die Käseecke furchtbar traurig. Der spanische Feigenkäse rückt dann in weite Ferne.
Es käme mir nie in den Sinn, hier etwas zu stehlen. Ich hätte das Gefühl, mir selbst einen Finger abzuschneiden.

Zuhause, wenn ich mir den Bauch mit all den tollen Produkten voll gestopft habe, fühle ich mich seltsam unbefriedigt und einsam.

In der Pilsstube oder: Die Stadt als undurchdringliche Ansammlung von Oberflächen (Teil 1)

Viele Menschen verlassen die Stadt mit einer gewissen Häme. Als hätten sie eine brenndende Lunte in ihr WG-Wohnzimmer geworfen und vor dem zuschlagen der Feuerschutztür noch „Macht’s gut ihr Trottel!“ gerufen. Am liebsten verlassen sie die Stadt, indem sie ironische Gänsefüßchen um das Wort „Stadt“ wickelt, wenn sie von Würzburg reden. Diese Leugnung der Verbindung von städtischer Lebensform und Würzburg ist ebenso richtig wie absolut falsch. Denn so korrekt es ist, die Verbindung der Begriffe „Stadt“ und „Würzburg“ mit Vorsicht zu genießen, so falsch ist die Annahme, man lebe hier in einem Dorf. Menschen, die in Häuseransammlungen aufwuchsen, die sich wie Stalldorf oder Gaurettersheim anhören, werden dies nicht leugnen können.
Was ist also die Stadt? Ein Rätsel. Weil niemand vollständig verstehen wird, wie sie funktioniert, wie sie strukturiert ist. Wir könnten die kommunalen Verwaltungsorgane und ihre Sub- wie Objekte untersuchen, und dennoch werden wir nichts darüber erfahren, in welchem Zusammenhang das subproletarische Milieu und das akademische stehen. Wir können uns geographisch der Strukturierung einer Stadt annähern, und dennoch erfahren wir absolut gar nichts über die Frage, wie die Stadtteilumgebung sich auf die psychische Verfasstheit ihrer Bewohner auswirkt. Ich bin deshalb dazu übergegangen, den Grad der Urbanität am Grad der Verrätselung zu beurteilen. Verrätselung meint für mich: Die Oberflächen, die für uns sichtbar sind, ohne andere, darüber oder darunten liegende Oberflächen sehen zu können. In Stalldorf, um wieder zu unserem Ausgangspunkt zurückzukehren, wird es uns ganz sicher auffallen, wenn ein Lebensmittelladen seine Pforten schließt. Falls uns dies nicht auffallen sollte, ist dies eher einer intendierten Ignoranz geschuldet, statt der Zugehörigkeit zu einem Milieu, dass uns lediglich eine milieuabhängige Oberfläche von Stalldorf sehen lässt. Anders verhält es sich mit zunehmendem Verätselungsgrad in urbaneren Kommunen: Aufgrund der Masse an Sinneseindrücken nehmen wir größtenteils die Oberfläche von Stadt wahr, die wir aufgrund unserer Klassenlage auch sehen können: der Student sieht den Designerladen und die akademische Buchhandlung, die Mensa und den Denklerblock. Der alternde Postbeamte sieht vielleicht das Hutmachergeschäft, den Eisenwarenladen in der kleinen Gasse und das Damenkränzchencafé am Markt. Ich betrachte als Arbeitsdefinition die Stadt als eine Ansammlung von Oberflächen, die übereinander angeordnet sind. Unser Blick auf Stadt ist geprägt von einer bestimmten, milieubedingten Sichtweise auf Stadt. Was die Oberflächen bildet, zusammenhält, was sie zueinander strukturiert, stellt sich uns in gewisser Weise als Rätsel dar, ist aber einzig und alleine die tote Arbeit, die uns vergesellschaftet. Die psychogeophraphische Methode ist ein Versuch, einen Blick auf die verschiedenen Oberflächen und ihr Verhältnis zu erhalten.
Und so haben viele Menschen laut lachend die Stadt verlassen, weil sie ihnen zu klein, zu spießig, zu provinziell war, ohne dass sie jemals den Versuch unternommen hätten, den Blick auf eine andere Oberfläche zu richten.

(Teil 2: Die Zellerau als Rätsel)