Würzburger Willkommensgrüße

Vor einiger Zeit wohnte ich, aus nichtigen Gründen, für ein paar Monate in Berlin.
Die Postwurfsendung einer Wohltätigkeitsorganisation bat mich, Pfandflaschen, die man nicht im Supermarkt abgeben wolle, neben die öffentlichen Abfalleimer zu stellen, statt sie hineinzuwerfen. Zugunsten der Menschen, die Flaschenpfand nötig haben, um über die Runden zu kommen. Dies erschien mir sinnvoll, und da ich sowieso ein Mehrwegmuffel bin, hörte ich auf diesen Rat.

An einem stickigen Sommertag kehrte ich nach Würzburg zurück. Alles beim Alten: Dieser alte Bahnhof, dem ein musealer Wert zukommt. Die Bahnhofszecken, nach Geld schnorrend. Und die Herren vom Taxistand, die wahren Könige des Bahnhofsvorplatzes, auf hässlichen pinken Gartenstühlen sitzend.
Ich hatte mir im Zug eine kleine Plastikflasche Cola gekauft, die ich auf dem Weg aus dem Bahnhofsgebäude austrank. Nichts ahnend stellte ich Sie neben einen Mülleimer, der sich unmittelbar vor dem Taxistand befand.
Ein lauter Pfiff riss mich aus meiner Gedankenverlorenheit. Er brachte nicht nur meine Physis, sondern auch meinen Geist zurück nach Würzburg. Ich drehte mich um und sah einen Taxifahrer, der von seinem Stuhl aufgesprungen war. „Dei Flasche schmeißt aber scho noch in die Mülltonne?“ blöckte dieser. Verdutzt und nach einer ganzen Weile antwortete ich: „Ich stelle die Flaschen eigentlich immer daneben, für die Flaschensammler.“ Kein Verständnis auf Seiten des Taxifahrers: „Schmeiß‘ die jetzt da nei! Die Penner, die greifen da nei, des macht dene nix!
Ich schmiss die Flasche in den Mülleimer, weshalb auch immer.

Willkommen zurück, auf dem Flaschenboden der Tatsachen. Willkommen in Würzburg.