SPON: „Selbsternannte Anarchisten“

Die Journaille ist reich an Sprache, aber arm an Geist. Und bedruckte oder digitale Seiten müssen ja auch gefüllt werden. Mit Füllwörtern beispielsweise.
„Mitunter“ ist so ein schönes Wörtchen, dessen Bedeutung, von der Süddeutschen Zeitung bis zum hinterletzten Blog (dem Letzten Hype zum Beispiel), sich niemand mehr entsinnen kann. Klingt aber nach guter Sprache, so ähnlich wie „sich gerieren“.
Bei SPON heißt es heute zu einer aufgebrachten Schar von griechischen Demonstranten, die ein Krankenhaus gestürmt hat, um einen verletzten Demonstranten zu besuchen:

„Eine Gruppe von 150 selbsternannten Anarchisten stürmte am Mittwoch ein Krankenhaus in Athen.“

Was fällt diesen „Anarchisten“ ein, sich selbst zu ernennen! Da könnte ja jeder kommen!
In Deutschland nennt man sich nicht einfach, man wird ernannt. Vom König, dem Staate oder der Handelskammer. Deshalb gibt es Parteibücher, Vereinsposten und gelernte Fachkräfte für Süßwarentechnik.

Meine Frage an SPON: Was soll das sein, ein nicht selbsternannter Anarchist? Und wer darf ihn denn ernennen? Bakunin, Kropotkin oder doch der Bundespräsident?


1 Antwort auf „SPON: „Selbsternannte Anarchisten““


  1. 1 Heike Pauline Grauf/ Presseschau « Wissenswertes über Würzburg Pingback am 22. Dezember 2011 um 2:21 Uhr
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